Und so ist in fast jedes Bild ein Zitat integriert. Kurt Schwitters z.B. kommt vor in Nr. 14 und 15. Nr. 14 zeigt – wie wir es schon kennen – einen Schwitters-Katalog, dazu die zerknüllte Eintrittskarte, das Anna-Kästchen und ein paar weitere Objek te, mit denen Schwitters in seinen Assemblagen arbeitet. Das Kästchen war einer Frau namens Anna gewidmet, der er in seinem berühmten Gedicht „Anna Blume“ ein Denkmal gesetzt hat, die es aber in seinem Leben gar nicht gab. Horst Schmidt lieh sich das Kästchen aus, um es für einen Freund namens Erich auf Wunsch dessen Frau nachzubauen. Und darum heißt das Kästchen auf dem Bild das „Erich-Kästchen“.
In Nr. 15 „MAERZBILD“ hat Schmidt wiederum ein Foto einer der Schwitters- Assemblagen auf den Bildgrund
collagiert. Mit dem Merzbau, der im Sprengel-Museum Hannover nachgebaut wurde, ist Schwitters berühmt geworden.
Bauhaus-Zitate mit Kegel, Kugel, Zylinder finden sich in Nr. 12 und 13.
So wie die Zitate aus der Kunstgeschichte spielen die Täuschungsmanöver mit dem trompe l'oeul-Effekt eine tragende Rolle, bei jedem Bild. Man fragt sich unwillkürlich, was ist wirklich? Was ist die Wirklichkeit? Nr. 9 („Objekte im Kasten“) erscheint so täuschend „echt“, dass man ins Regal fassen möchte, um ein Objekt heraus zu greifen. Selbst der nach innen zielende Rahmen verstärkt diese Tiefenräumlichkeit, die von der zweidimensionalen Bildfläche ablenkt.
Der Künstler spricht von René Magritte (den er ebenfalls in seinem Zitatenschatz hat, Nr. 8), der sich über Betrachter amüsierte, die meinten, seine (gemalte) Pfeife sehe so täuschend echt aus, als könne man sie gleich nehmen und stopfen. Magritte meinte, das solle man doch einmal versuchen.